Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogparade „Und täglich grüßt die Rabenmutter“ von Marianne Rott, der Mama-/Kindflüsterin von

Hier kommst Du zu Mariannes Startartikel   „Bin ich eine Rabenmutter“

Mia Anima  – Balance für Mutter & Kind
www.mia-anima.at

„Wenn Du nicht weißt, wie Du Dein Kind erziehen sollst,
frag die Leute, die keine haben
DIE WISSEN DAS

Autor unbekannt

Durch Mariannes Aufruf zu dieser tollen Blogparade ist es jetzt tatsächlich soweit. Mein erster Blogartikel ist online – lange habe ich ihn vor mir hergeschoben. Aber dieses Thema traf direkt in mein Herz. Es war klar – dazu musste ich etwas schreiben.

Passt das denn nun in meinen Blog zum Thema Lernen?
Ich finde: Ja, denn ich bin „doppelt“ betroffen – selber Mama und bei meiner Arbeit sind die Mamas meiner Klienten sehr oft mit im Boot. Und nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, die Mamas brauchen Unterstützung und Rückenwind. Denn wenn ein Kind sich nicht so verhält, wie es die Umwelt erwartet, kann das Mama-Image schon mal einen dicken Kratzer bekommen.

Kaum etwas sticht so tief und verletzt so sehr, wie das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein. Hat man doch neun Monate dieses kleine Wesen unter dem Herzen getragen, unter Schmerzen auf die Welt gebracht. Und man möchte alles dafür tun, dass es diesem wunderbaren Kind immer gut geht. Wenn das nicht klappt, tut es oft mehr weh, als wenn man selbst betroffen ist.

Leider wird ein Kind nicht mit Gebrauchsanleitung geliefert, es gibt auch keine Bestellzettel mit den Wunscheigenschaften. Und Knöpfe zum an- und abstellen, die sich bestimmt viele schon einmal gewünscht haben, gibt es auch nicht.

Dieses miese Gefühl, nicht in Ordnung zu sein als Mutter,
entsteht schneller als man ein- und ausatmen kann. Es gibt unzählige Menschen, die meinen, sich in Mütter-Dinge ungefragt einmischen und strafend gucken zu dürfen.
Los geht‘s schon in der Schwangerschaft: „Waaaas, Du willst zuhause entbinden?“, „Plastikwindeln? Du musst die Windeln selber stricken“, so der O-Ton der Hebamme aus meinem Geburtsvorbereitungskurs. Wer hat wohl beim zweiten Kind keinen mehr besucht?
Sofort nach der Geburt kommen die Still- Experten. Wirklich nie werde ich die Situation mit meinem neugeborenen ersten Kind und der Großtante im Krankenhaus vergessen: „Du kannst das Kind doch nicht wecken, Kinder schlafen sich groß.“ Kunststück, Ihr drohte die Brust ja auch nicht zu zerspringen. Und nicht zu übersehen und zu überhören, die strafenden Blicke und Kommentare, die sich Mütter einfangen, wenn sie ihr Kind mit der Flasche großziehen.
Natürlich melden sich auch die Schlaf-Experten. „Wieee, das Kind schläft bei Euch im Bett? Hast Du keine Angst, es zu erdrücken?“ oder „Das Kind hat Euch komplett im Griff, es muss doch alleine einschlafen können“…
Eine komplette Sammlung aller Sprüche mit „Du machst es falsch-Potential“ würde absolut den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Ab Kindergarten und spätestens in der Schule bekommt es dann noch eine andere Dimension. Schließlich geht es gedanklich jetzt schon um die berufliche Zukunft des Kindes. Und wenn da das Eltern-Image angekratzt ist, fällt es doch auf das Kind zurück…

Viele Mütter sind verzweifelt,
weil sie einfach zerrieben sind zwischen den Ansprüchen an sich selbst, eine gute Mama zu sein und das Beste für ihr Kind zu tun und denen der „Pädagogen“, die einfordern, dass das Kind „funktionieren“ muss und „Druck“ auszuüben, damit das klappt. Dabei spüren die Mütter doch die Traurigkeit des Kindes, dass es sich nicht in Ordnung fühlt, vielleicht gemobbt wird und einfach unglücklich ist. Und Druck der komplett falsche Weg ist.
Nicht nur eine Mutter hat mir berichtet, dass sie abends bei jedem Telefonklingeln gezuckt hat, weil da bestimmt wieder ein Lehrer mit einer Beschwerde am anderen Ende war. Und ihr mit: „Dieses Kind ist nicht erzogen, sieee müssen es dringend erziehen“ „Sieee müssen dafür sorgen, dass es alle Hausaufgaben macht…“ das Gefühl eingepflanzt wurde, dass sie völlig versagt hat und alles ihre alleinige Aufgabe ist. (Ist sie natürlich nicht).
Manchmal sind da auch noch Väter, die sich wundern, dass die Mama das alles nicht im Griff hat. Das macht es auch nicht gerade besser.
Und es stimmt mich traurig, zu sehen, dass es oft so weit geht, dass das Schulthema das gesamte Familienleben vergiftet. Das Kind hat keine Freude am Lernen. Das Versagens-Gefühl breitet sich schleichend immer mehr aus, es zieht Kraft und Energie. Schließlich bleibt der vorher liebevolle Umgang komplett auf der Strecke und eine sehr gedrückte Stimmung und das Gefühl von Hilflosigkeit zieht in die Familien ein.
Doch es gibt einen Weg heraus:
Liebe Mama, Du bist die beste Mama für Dein Kind

Ich möchte Dir Mut machen, 
Mut zu Dir selbst zu stehen und Euren Weg zu gehen
Mut, unkonventionelle Entscheidungen zu treffen
Mut, auf Dein Herz und Dein Bauchgefühl zu hören. Das ist diese leise Stimme aus dem Bauch, die sehr oft etwas ganz anderes flüstert als der Kopf gerade laut denkt. Und das Bauchgefühl ist nicht irgendetwas – es ist die Summe der Erfahrungen, die Du in Deinem Leben gemacht habt. Daher steckt es voller Weisheit.

Und nun habe ich noch zehn „Mindhacks“ für Dich, die mir und anderen Müttern geholfen haben, uns als Mama „OK“ zu fühlen.
Betrachte sie einfach als einen großen Blumenstrauß, aus dem Du Dir genau die Blumen herauspickst, die Dir gefallen.
Bitteschön:

– mache Dir bewusst, dass auch Mamas Grenzen haben und keine Über-Menschen sind
– erlaube Dir, Dich selbst wichtig zu nehmen: Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben, nur wenn es Dir gut geht, kannst Du gut für Deine Lieben sorgen
– werde Dir über Deine Werte klar und über das was Dir wichtig ist für Dein Kind, das hilft, klare Entscheidungen treffen
– hör Dir das „Außen“ an, reflektiere es und dann handle nach Deinem Bauchgefühl
– lenke den Blick auf die Dinge, die funktionieren und schreibe sie jeden Tag in ein Positiv-Buch
– lass Dein Kind spüren, dass Du es lieb hast- auf der Basis wird es keinen Schaden nehmen, auch wenn Du mal die Nerven verlierst oder nicht mehr kannst
– bewahre Deine Energie für die Dinge auf, bei denen Du etwas erreichen kannst
– es gibt keine Fehler, es gibt nur Lernchancen
– hast du mit Besserwissern zu tun: schalte in den „zum einen Ohr rein – zum anderen Ohr raus“-Modus und atme dabei tief ein und aus
– schmiede das Eisen, wenn es kalt ist (frei nach Jesper Juul)
Und wenn Du mehr wissen möchtest zu diesem Thema, schau doch mal, was meine Vorgängerin Angela Schatta gestern im Rahmen der Blogparade für einen tollen Beitrag verfasst hat.

https://angelaschatta.de/und-taeglich-gruesst-die-rabenmutter-blogparade/

Und hier geht es zum Rabenmutter-Outing voller Mut-Mach-Power für Deinen eigenen Mama-Weg von  Stephanie Kempe

Rabenmutter – oder echt herrlich unperfekt menschlich? 

Lies auf jeden Fall rein!